Rosenmontag
24.02.09/Wb
An rf-news
Koordinierungsgruppe der bundesweiten Montagsdemo
Stuttgarter Montagsdemo
Korrespondenz:
Montagsdemo Stuttgart am Rosenmontag: halb närrisch, halb narret!
Obwohl vom Wetter her ungemütlich, entsteht schnell eine kleine Menschenmenge, als Rainer mit dem Montagsdemo-Rapp die 221. Kundgebung eröffnet. Von einer selbst gebastelten Bütt herunter, tragen schiedene Aktivisten ihre selbstverfassten Büttenreden oder Witze vor, die die volksfeindliche Politik und die Unfähigkeit der bürgerlichen Politiker durch den Kakao ziehen und den Stolz auf die Montagsdemo-Bewegung zum Ausdruck bringen. Eine kleine
Kostprobe:
Wir kleinen Leute können angeblich nichts ändern -.
höchstens an Fasching gegen die da oben stänkern.
In Island und Belgien das Volk die Regierung vertrieben:
weg mit den Lobbyisten und Steuerdieben!
Drum bleiben wir dabei, Hartz IV und die Merkel-Regierung muss weg,
denn alles andere hat wirklich keinen Zweck!
Ich spüre, es wächst auch der Wunsch bei Dir und Dir
eines Tages sagen zu können: die Regierung wir!
Sein Fett weg bekam besonders Wendelin Wiedeking, der Chef von Porsche/VW. „Uns sind die Mitarbeiter wichtig. Die Menschen. Auf sie ist Verlass. Sie denken manchmal quer“, zitierte Volker Zintgraf, Kreisvorsitzender der MLPD, aus der Homepage von Porsche. „Doch es erscheint eher so als müsse man Wiedeking geschmeidig hinten reinschlüpfen, wenn man sich bei ihm beliebt machen will. Quer hat er’s nicht so gern.“ Volker verurteilte besonders das Skandalurteil des Arbeitsgerichts Stuttgart an, nachdem zwar auch die 5. Kündigung von Porsche gegenüber dem Arbeiter und IGM-Vertrauensmann Ulrich Schirmer nicht rechtens sei, aber die Firma ihn aufgrund des „gestörten Betriebsfriedens“ nicht weiterbeschäftigen bräuchte. (rf-news vom 23.02. berichtete) „Jetzt wird auch verständlich, was damit gemeint ist, wenn Porsche auf ihrer Homepage ihren Mitarbeitern ‚Gesundheitstage’ anbietet, um sie vor Krankheiten zu schützen. Uli bekam dabei eine besonders weitreichende Gesundheitsmaßnahmen von sechs Jahren und jetzt sogar eine Freistellung von der schweren Arbeit!“ Deshalb mag Porsche es auch nicht wenn man von Jagd auf Kranke in Zusammenhang mit der Firma spricht. Sie nötigt die Beschäftigten nicht zur Kündigung, sondern bietet Gesundheitstage an, danach ist man eben arbeitslos.
Andere Redner, die ebenfalls den Prozess miterlebt haben, verging jedoch der Humor. Denn dieses Urteil läuft auf ein Verbot der Solidarität und der Meinungsfreiheit hinaus. Auch empörte sich ein Kollege, dass irgendwelche Internet-Berichte ohne jeglichen Nachweis, Uli in die Schuhe geschoben werden. Was ist das für eine Justiz, die sich ausgibt, im Namen des Volkes zu sprechen! Unser ältester Aktivist rief in einer flammenden Rede dazu auf, alles zu tun, dass dieses Urteil fällt und Uli wieder in den Betrieb kommt.